Skizze eines Sommers

von André Kubiczek

Fast drei Jahre hatte ich in Potsdam gelebt, bis ich eines Tages im Frühsommer, bei einem Bummel durch meine Lieblingsbuchhandlung in der Innenstadt, dieses Wortkunstwerk entdeckte.
Unter dem Titel konnte ich mir erst einmal nichts vorstellen, aber schon nachdem ich den kleinen Textausschnitt auf dem Buchrücken gelesen hatte, breitete sich das Buchkribbeln im meinem ganzen Körper aus.
Das war das richtige Buch für meinen dritten Sommer in Potsdam!
Anfang Juli habe ich unter strahlend blauen Himmel mit der Lektüre begonnen und in den vielen Parks hier auch immer einen schönen Platz zum Lesen gefunden. So hat mich dieses Wortkunstwerk mit auf eine Reise in eine ganz andere Welt genommen, denn Mitte der 80er Jahre war in Potsdam alles noch ganz anders.
René und seine Freunde, einer belesener als der andere, verbringen ihre letzten Sommerferien, bevor verschiedene Schulen die fast tägliche Gemeinsamzeit nicht mehr möglich sein lassen.
René erzählt selbst, jugendlich authentisch, mal leicht, mal gefühlvoll von diesem besonderen Sommer, den er, mit 1000 Mark in der Tasche, allein zu Hause verbringt, denn seine Mutter ist tot und sein Vater weilt fast die ganzen Ferien auf einer Konferenz in der Schweiz.
Obwohl hier einfach nur ein sehr junger Mann von den Erlebnissen seines Sommers erzählt, fand ich dieses Wortkunstwerk nicht nur spannend, sonders unglaublich berührend.
Irgendwann im Spätsommer habe ich Skizze eines Sommers auf der Liste für den Deutschen Buchpreis entdeckt und so gehofft. Wirklich schade, dass das nicht geklappt hat!
Vielleicht hast Du ja Lust bekommen, Dich im nächsten Sommer auf eine schattige Bank in einen der vielen Potsdamer Parks zu setzten und in diesem Buch zu versinken.
Das Café Heider gibt es übrigens noch, aber das ist jetzt auch ganz anders als damals…